Johannah Illgner

Heidelberg
seit 2019
SPD

Die Politikwissenschaftlerin Johannah Illgner ist Gründerin und Inhaberin von Plan W – der Agentur für strategische Kommunikation. Die Agentur wurde 2016 gegründet und bietet diversitybewusste und gendersensible Kommunikationsberatung für Akteur*innen aus Wirtschaft, Parteien, Verwaltungen, Verbänden und NGOs an. Illgner hat sich den Themen Diversity, Empowerment von Frauen und weibliche Netzwerke verschrieben – arbeitet aber auch an Querschnittsthemen wie New Work und Digitalisierung. Seit Juli 2019 sitzt sie im Gemeinderat der Stadt Heidelberg.

„Wenn ich was mit Politik machen möchte, muss ich in eine Partei“

Johannah Illgner war bereits in der Schule politisch interessiert, belegte den Politikleistungskurs und war auch als Schülersprecherin aktiv. Mit 18 Jahren trat sie der SPD in ihrem Heimatort Kornwestheim bei, aus der Idee heraus, dass politische Arbeit  in den organisierten Strukturen einer Partei gut funktioniert. Für sie kam  schon damals als einzige Partei die SPD in Frage.

Während des Studiums (Politik, Ethnologie, Geschichte) in Heidelberg wurde sie aktives Mitglied bei den Jusos und wurde dort schnell Sprecherin. Dabei war ihre Erfahrung, dass sie recht schnell an ein Amt kam, sobald sie ihre Bereitschaft und Engagement deutlich gemacht hatte.

„Meine Themen müssen in den Gemeinderat!“

Nachdem Johannah in den letzten Jahren in die Parteiarbeit eingestiegen war, hat sie auch die Kandidatur für den Gemeinderat  angestrebt. Als Gründerin und Unternehmerin in Heidelberg war für sie klar: „Ich will nicht nur mitreden, sondern auch mitentscheiden.“ Illgner war auch vorher schon in vielen Vereinen und Netzwerken aktiv und wollte jetzt ihre zivilgesellschaftliche Arbeit auf die parlamentarische Ebene übertragen.

Und das hat sie – obwohl ihr Wahlkampf feministisch und queer war. Den Grund dafür sieht sie in ihrer guten Vernetzung: Man kennt sie und man vertraut darauf, dass sie für „ihre“ Themen eintritt. Sie kann nun bei der Gewichtung von Themen in der Kommune mitsprechen, die Verteilung von Mitteln beeinflussen und die Umsetzung und Veränderung unmittelbar sehen.

Apropos Veränderung: der 2019 gewählte Gemeinderat in Heidelberg besteht nun aus 40% Frauen – hier gab es eine deutliche Steigerung von über 15 %. Zur ersten Gemeinderatssitzung im Oktober hat sie alle Frauen des Gemeinderates zu einem Vortreffen eingeladen.

Da Illgner schon lange zivilgesellschaftlich engagiert ist, ändert sich durch den Einzug in den Gemeinderat inhaltlich nicht viel für sie. Neu ist die Struktur: Ausschüsse, Sitzungen, Vor- und Nachbereitung geben einen neuen Rahmen für ihr Engagement vor.

Illgner hat sich konkrete Ziele für ihre Arbeit als Gemeinderätin gesetzt:

  • Schaffung eines feministischen Zentrums mit einem öffentlichen Veranstaltungsraum, Büroräume für die Frauenorganisationen, Mischung aus Kulturraum, Anlaufstelle für Frauen.
  • Es gibt in Heidelberg keine Kurzzeitsschutzwohnungen für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, da sieht Illgner Handlungsbedarf.
  • Feste Finanzierung der  Prostitutionsberatungsstelle
  • Im queeren Bereich sollte ein  Kinderkoffer mit Büchern zu queeren Themen und mit queeren Charakteren, die den Schulen angeboten werden, von städtischer Seite zur Verfügung gestellt werden.
  • Erhalt vom Dezernat 16 als Kreativwirtschaftszentrum und dessen bessere Finanzierung

Wichtig sind ihr realistische und erreichbare Ziele. Politische Arbeit ist sehr zeitintensiv, sie erfordert viel inhaltliche Einarbeitung und man investiert viel, auch wenn die Auswirkungen ungewiss sind. Das macht sie schon lange, deswegen möchte sie sich für die kommende Legislaturperiode erreichbare, konkrete Ziele vornehmen. Vor allem aber hat sie sich vorgenommen, Politik gut zu kommunizieren. Klar, das ist auch ihr Job bei Plan W. Sie möchte den Heidelberger Bürger*innen kommunikativ entgegen kommen und neue Informationsangebote über die Arbeit des Gemeinderates machen.


Nachweise:

Foto: Sabine Arndt

 

 


Zur Übersicht

Kommentar verfassen

Kommentare zu Johannah Illgner

Bisher wurden keine Kommentare verfasst.