Elisabeth Landerer

Tübingen
1919-1933
Württembergische Bürgerpartei

Im Mai 1919 zog Elisabeth Landerer als eine der einzigen beiden Frauen in den Tübinger Gemeinderat ein. Sie gehörte der Württembergischen Bürgerpartei an, einer rechtskonservativen Partei, die als Landespartei der Deutschnationalen Volkspartei fungierte.

In ihrer 14-jährigen Amtszeit setzte sie sich im Besonderen für soziale und karitative Belange ein. Sie war Mitglied im Ausschuss für Stiftungssachen und in der Ortarmendeputation, war Stellvertreterin im Verwaltungsausschuss der Mädchenbeschäftigungsanstalt und betätigte sich im Schulrat der Frauenarbeitsschule. In ihrer ersten Wahlperiode saß sie aber auch im Bauausschuss. Sie setzte sich unter anderem für eine bessere Versorgung von Kranken, für die Errichtung eines Jugendamts und für bessere Bademöglichkeiten für Frauen im Neckarbad ein. Um Kosten zu sparen und diese Einsparungen der Fürsorge zukommen zu lassen, setzte sie die Arzttochter zudem für die Schließung des städtischen Krankenhauses ein, das zusätzlich zu den Universitätskliniken existierte.

Obwohl sie 1931 erneut für sechs Jahre gewählt wurde, wurde sie nach der sogenannten Gleichschaltung 1933 nicht in den neu gebildeten Gemeinderat ernannt. 1936 schloss sie sich einer pietistischen Herrnhutergemeinde an, der sie bis zu ihrem Tod 1950 angehörte.

 


Nachweise:

Dieser Text stammt aus der Ausstellung „FrauenStimmen in Tübingen. In 100 Jahren vom Wahlrecht bis zur Frauenquote“ im Stadtmuseum Tübingen.

Foto: Stadtarchiv Tübingen


Zur Übersicht

Kommentar verfassen

Kommentare zu Elisabeth Landerer

Bisher wurden keine Kommentare verfasst.