Dorothea von Buch

Göppingen
1984-2004
CDU

Dorothea von Buch, geb. von Stackelberg
geb. 1938 in Bonn seit 1970 in Göppingen
verh. mit Karl-Gotthard von Buch, drei Kinder, Krankengymnastin
1984 bis 2004 Mitglied des Göppinger Gemeinderats als CDU-Abgeordnete
Mitglied im Ältesten Rat, im Verwaltungsausschuss, im Kultur- und Sozialausschuss, im Schul- und Sportausschuss, im VHS-Ausschuss, im Maientagausschuss, im Kuratorium für das „Göppinger Atelierstipendium Helmut Baumann“, in der Haushalts-Struktur-Kommission.
Mitglied im Beirat vom Haus der Familie
1989 bis 1999 Mitglied des Kreisrats
2004 Bürgermedaille der Stadt Göppingen

Es ist der hartnäckigen Überredungskunst eines Göppinger CDU- Abgeordneten zu verdanken, dass Dorothea von Buch 1984 für den Gemeinderat kandidierte. Ebenso überzeugte er sie, Mitglied in der christlich-demokratischen Union zu werden. Doch von Anfang an betonte Frau von Buch, nicht eine „Parteitante“ werden zu wollen. Sie wollte als Politikerin „Dinge aufs Gleis setzen“. Das ist ihr gelungen!

Wer die Angebote der Jugendmusikschule Göppingen der 1980er Jahre mit denen von heute vergleicht, wird feststellen, dass die Verbesserungen des Instituts einem Quantensprung gleichkommen. Dorothea von Buch setzte sich zum Ziel, einen breit gefächerten und  anspruchsvollen Unterricht zum Erlernen eines Instruments den Göppinger Kindern und Jugendlichen anzubieten. Gleichzeitig wollte sie begabten Musikerinnen und Musikern die Möglichkeit eines sicheren Arbeitsplatzes mit einem regelmäßigen Gehalt geben. Sie holte sich Gleichgesinnte ins Boot, um gegen die Zweifler vorzugehen, die immer meinten, dass ist zu teuer, „das brauchet mer et!“ Nun sind alle stolz, wenn das 120-köpfige Göppinger Jugend-Symphonieorchester weltweite Angebote erhält, um in der ersten Liga zu musizieren. Als verantwortungsvolle Stadt- und Kreisrätin engagierte sie sich für Themen, die soziale Missstände aufheben sollten. In ihren Legislaturperioden wurde die Entscheidung gefällt, eine Anlaufstelle für drogenabhängige Jugendliche einzurichten. Sie setzte sich für die Integration behinderter Kinder ein, für den Bau neuer Schulen und Kindergärten. Und ihr lag noch ein weiteres Kulturprojekt am Herzen, das die Stadt dringend brauchte. In ihrer Galerie im Hailing hatte Annelie Rall das Interesse der Menschen für zeitgenössische Kunst, Literatur und Musik entfacht. Die Idee, eine städtische Galerie zu gründen, wurde Ende der 1970er Jahre geboren. Frau Rall fand in Dorothea von Buch eine Mitkämpferin, die ihre Begeisterung und Überzeugung in die politischen Kreise trug. Fahrten in die Nachbargemeinden, um sich Anregungen zu holen, die Frage nach dem Standort der städtischen Galerie… und selbstverständlich die immer wiederkehrende Frage: wie viel kostet das? – all die Abwägungen, Entwürfe und Verwürfe kosteten viel Zeit und Nerven. Um einen finanziellen Grundstock zu bekommen, beschloss ein kleiner Kreis Mutiger einen Förderverein zu gründen. 1989 war es soweit: die städtische Galerie Göppingen, heutige Kunsthalle, konnte eröffnet werden. Sie zieht nach wie vor Kunstbegeisterte an. Der museumspädagogische Dienst ist eine wertvolle Ergänzung für den Kunstunterricht in den Schulen. 2004 zog sich Frau von Buch nach vier Legislaturperioden aus der aktiven Politik zurück. Man bedauerte es. Sie fehlt als Person in den Sitzungen, die es so oft geschafft hat, „die Wellen zu glätten“, „Frieden zu schaffen“.


Nachweise:

Der Text stammt aus der Publikation: "1919 bis 2019: Frauen aufs Rathaus. 100 Jahre Göppinger Politikerinnen", Hrsg: Büro für Chancengleichheit der Stadt Göppingen, 2019

Foto: Privat


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